30.11.2009

Eine nüchterne Analyse über ein Spiel, welches den Namen zwar verdiente, aber auf den Präfix ‘Spitzen’ verzichten hätte können

Ein Vorurteil, welches bestätigt wurde
Ein Spitzenspiel war angedacht, ein solches sollten sich Gastgeber Red Bull Salzburg mit den gastierenden Rapidlern ausmachen. Der Klasse wurde zwar teilweise ein Riegel vorgeschoben, aber auf taktischen und kämpferischen Niveau konnten die teilnehmenden Teams allemal überzeugen. Die erste Halbzeit war über weite Strecken der Taktik untergeordnet. Zickler, ersetzte den verletzten Marc Janko, fand immerhin eine Torgelegenheit vor – nach passabler Ballmitnahme traf seine Geschoss jedoch nur das Außennetz. Rapid war im ersten Durchgang kaum präsent, weder konnte sie den verhassten Meister wirklich in Bedrängnis treiben, noch war ihnen das Glück eines Elfers gewährt. Dem Halbzeitanalytiker des ORF, Manfred Zsak, blieb verborgen, dass Schweglers Fuß vor einem angeblichen Foulspiel den Ball berührt hat, der gesamten Medienlandschaft entging die Tatsache, dass dem elferwürdigen Foul von Afolabi an Jelavic ein nicht geahndeter Regelverstoß an Pokrivac im Mittelfeld vorrausgegangen war. Benachteiligung für Grün-Weiß lag also keine in der Luft, gefüllt wurde sie aber natürlich schon. Bereits vor dem Spiel hatten die Salzburger auf einen genau gegenteiligen Umstand hingewiesen, den Zusehern kostete es ein Schmunzeln dem Linienrichter in der 87. Minute einen Pfiff.

Sbg Choreo

Torminator und Mann für Goldtore konnten nicht ersetzt werden
Ohne Glanz, ohne Elfmeter und ohne Tor verstrichen die Minuten des ersten Durchgangs, als Fußball ging das Gezeigte zwar allemal durch, aber der Wunsch nach Besserung wollte bei den 23.600 Zusehern nicht verklingen. Ein Gentleman wie Stevens einer ist, gewährte dem ‘12ten Mann’ – “Vor dem ziehe ich heute meinen Hut!” – ein deutlich prickelnderes Spiel. Erst findet Alex Zickler aus rund 10 Metern unter tiefster Bedrängung eine Topchance vor, dann findet sich Jelavic auf einmal allein vor Gustafsson wieder. Ein Schlänzer des am Nacken geschwächten Kroaten verfällte sein Ziel allerdings um Längen. Der gastgebende Tabellenzweite war nun die klar bessere Mannschaft, erarbeite sich eine klare Dominanz und fand auch Chancen vor. Der Mann für wichtige Tore, Fränkie Schiemer, fehlte ebenso, wie der Mann für Alles, Marc Janko und so konnten die Salzburger Bullen die vielzähligen Einschussmöglichkeiten nicht in zählbares ummünzen. Es offenbarte sich die schmerzlich wahrgenommene Tatsache, dass der Salzburger Kader noch nicht so ausgewogen ist, wie er gerne empfunden wird. Auf der Gegenseite hatte Steffen Hofmann einen schweren Stand. Der Rapid Regisseur machte gegen den überraschend statt Schiemer aufgebotenen Barry Opdam kaum einen Stich, einen Freistoß konnte er erst gar nicht versuchen zu versenken, da die cleveren Hausherren Standards aus gefährlichen Positionen geschickt umgingen.

Es durfte nicht sollen sein
Die Siezenheimer waren wie gesagt dominant, die Rapidler in die Enge getrieben und zum Zusehen verdonnert. Selbes Schicksal blühte auch Helge Payer nur wenige Minuten vor dem Ende. Der starke Nikola Pokrivac umkurvt einen Rapidler, schiebt für den von Dober vernachlässigten Svento durch – Dieser schießt und trifft. Doch der Linienrichter verwährte dem Treffer die Gültigkeit, ein Abseits wäre der Grund für sein Entscheidung. Und obwohl sich Thomas König sicher war, dass Sventos Brust das Beinchen des Rapid-Verteidigers überragte, war die Entscheidung des Unparteiischen falsch. Die von der Süd inszinierte Grafik wurde einem ins Gedächtnis gerufen und mit Blick auf das Match der Hütteldorfer gegen Sturm Graz wollte der Gedanke auch nicht so schnell verschwinden. Stevens war nach dem Spiel jedenfalls sauer auf den Assistenten, Pacult übte sich in Beschwichtigung, meinte die Schiedsrichter würden doch auch nur ihren Job machen. Doch wer den Rapid-Coach kennt, der weiß wie das so ist mit dem Fähnchen und dem Wind – es dreht sich wie es sich will, hätte Rapid die Benachteiligung erfahren, wäre die Reaktion vermutlich anders ausgefallen. Der Salzburg-Trainer hingegen war auch am Tag darauf nicht wirklich happy, zeigte allerdings Stil und Verständnis für den Unparteiischen -> http://www.laola1.tv/de/at/fussball/oest-bundesliga/stevens-ich-habe-keine-probleme-mit-den-leistungen-der-schiedsrichter/video/17-534-12896.html

Nächster Gegner für die Salzburger ist in jedem Fall Lazio, ein Punkt würde für den Gruppensieg genügen. Beim HSV fehlt beinahe die gesamte Startformation, Rapid habe aber trotzdem den schwereren Gegner, meinte der SKY-Kommentator. Wer am Donnerstag rot-weiß-rote Geschichte schreibt, können die Herren an den Pfeiferln und Mikrophonen jedoch ohnehin nicht beeinflussen.

Artikel stammt vom: 30. November 2009 – 19:30 Uhr

Aufstellung RB Salzburg:
4-1-4-1-System: Gustafsson – Schwegler, Afolabi, Sekagya, Ulmer – Opdam – Tchoyi, Leitgeb, Pokrivac, Svento – Zickler

Aufstellung Rapid Wien:
4-2-3-1-System:  Payer – Kulovits, Soma, Jovanovic, Katzer – Heikkinen, Pehlivan – Trimmel, Hofmann, Kavlak – Jelavic

Die besten Bullen:
-) Sekagya: Hinten fehlerfrei, gute Spieleröffnung
-) Leitgeb: Anfangs wirkte er nervös, fand jedoch zu gewohnter Stärke zurück
-) Pokrivac: Gestern das Um und Auf der Salzburger, beinahe jeder Angriff lief über ihn
-) Svento: Erzielte das einzige Tor des Abends und war auch ansonsten auffällig

Die besten Rapidler:
-) Payer: Hielt den Grün-Weißen die Null fest
-) Trimmel: Sorgte für Schwung und bereitete Ulmer Kopfzerbrechen
-) Kavlak: War Trimmels Pendant auf der Gegenseite
-) Jelavic: Gefahrenherd, trotz Nackenproblemen auffälligster Rapidler

19.11.2009

Ein weiteres Fußball-Quartal ist österreichische Geschichte. Wer überzeugen konnte, wer ins Klo griff und wer schon Einpacken kann – die große Analyse der Herbstsaison:

Mannschaften

Der Star
Star der Liga ist zweifelsohne Red Bull Salzburg. 6 Siege in 6 Euro-League-Partien sind lediglich mit einem Punkt zu quittieren und sprechen eine deutliche Sprache. Die des Huub Stevens nämlich: Bereits `97 konnte das smarte Pendant zum Tulpengeneral mit Schalke04 den UEFA-Cup gewinnen, 12 Jahre später steht er mit dem einstmaligen Schmähobjekt Salzburg im Sechzehntelfinale des Nachfolgepokals.

Der Fanmagnet
Rapid Wien
ist der Verein mit den meisten Fans. Das heißt nein: Rapid ist nicht der Verein mit den meisten Fans. Rapid gilt in Österreich als ungeschriebene Religion und wird auch als solche gefeiert. 150.000 Zuseher lockte der Rekordmeister alleine gegen den HSV, Hapoel Tel Aviv und gegen Celtic auf die Tribünen – Topwert der Europa-League.

Der Abgeschlagene
Austria Kärnten
ist arm. Jörg Haider, leiblicher Vater des Klubs, schied aus der Welt, die Hypo Group, Sponsor der Wörtersee-Arena, ist ein Frack. Geld schießt zwar keine Tore, aber kein Geld eben noch weniger. Zuletzt wurden Hiden und Sand gegangen, der marode Kader noch weiter auf die zweite Spielklasse vorbereitet. Auch wenn unter Prelogar ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen ist, dürfte das Schicksal des Retortenvereins besiegelt sein.

Trainer

Der Unterschätzte
Salzburg ist Offensivmannschaft, wurde gegröllt. Janko ist Strafraumstürmer, hat man posaunt. Stevens wäre der falsche Mann am falschen Ort, konnte man vielerorts vernehmen. Heute ist Salzburg Tabellenzweiter, knapp hinter Rapid, und Europa-League-Gruppensieger, sehr weit vor Villareal. Die Null hat im Laufe der Saison das Stehen gelernt, Janko hat seinen Torriecher wieder entdeckt und das Mannschaftsklima scheint prächtig zu sein. Huub Stevens ist der Trainer, den Salzburg zuvor vergeblich gesucht hat, einer, der das Geld zur Mannschaft werden lässt.

Der Offensive
Die Winterkrone ist für Rapid wie Weihnachten und Ostern in Einem. In ganz Hütteldorf ist man froh das Imaginäre erreicht zu haben und den verhassten Siezenheimern die Tabellenführung entrissen zu haben. Kaufen kann man sich darum gar nichts, aber sieht man, wie man sich gekrönt hat, so verlangt das Respekt. Schuld hat Peter Pacult. Der griesgrämige Rapid-Coach steht für wenig Talk und viele Tore. Trotz der Abgänge des ungleichen Sturmduos ‚MaierHoffer’ ist Rapid mal wieder Torfabrik der Liga. In der Europa-League bezahlt man den Offensivdrang teuer – in den letzten 4 internationalen Partien durften die Goalies Payer bzw. Hedl 13 Mal hinter sich fassen.

Der Fade
Paul Gludovatz
steht in Ried für Erfolg. Vor der Saison vom eigenen Trainer zum Abstiegskandidaten degradiert, stehen die Innviertler nun schon seit Runde hinter den Top4 Schlange. Schön anzusehen ist das Rieder 3-3-3-1-System aber bei Weitem nicht – von der (nicht vorhandenen) Fortschrittlichkeit einmal abgesehen. Funktionieren tut das Ganze trotzdem gut, den Riedern sei der Erfolg gegönnt.

Spieler

Der Beste
Steffen Hofmann
war im vergangenen Bundesliga-Quartal fleißig am Stempeln. Kein Spieler hat dem Spiel seinen Namen so oft aufgedrückt, wie er. Seine Freistoß sind für Rost, Safar und Weitere unhaltbare Geschosse gewesen und auch aus dem Spiel hat der Rapid-Regisseur noch einmal zugelegt. Sein Kampfgeist ist ohnehin unerreicht. Krankl: „Hofmann ist das Herz und das Hirn von Rapid!“. Wollte man gemein sein, würde man schlussfolgern, dass Rapid herz- und hirnlos ist.

Der Aufsteiger
Um Roman Wallner wird uns Europa wohl doch nicht beneiden, aber so mancher Verein wird dem LASK den Top-Scorer schon neidig sein. Die gesundete Schnapsdrossel hat das Schimpfen zwar nicht verlernt, ist mittlerweile aber eher Stürmer denn Rotzpipen. Ein weiterer Kandidat für denTitel wäre auch Nikica Jelavic gewesen, der im Europa-Cup ein Wucht ist, in der Liga aber noch ein Schippchen zuzulegen hat.

Das Versprechen
Man könnte ruhig Jakob Jantscher oder Daniel Beichler anführen, doch da es sich bei denen um recht fertige Erzeugnisse handelt, muss der Blick auf einen anderen Spieler gerichtet werden – Christoph Kröpfl. Der Red-Bull-Junior kam gegen Kärnten zu seinem ersten Saisoneinsatz bei den Großen und machte prompt eine tolle Figur. In der zweithöchsten Spielklasse wurde er bereits mehrfach zum „Youngster des Monats“ erhoben, außerdem ist er der Assistkönig der Liga.

Transfers

Der Rentable
Rabiu Afolabi
! Ablösefrei kam der Ex-Austrianer von Sochaux daher, gutes Geld hat er seinem neuen Arbeitgeber verdient. Stand Afolabi auf dem Platz, haben die Bullen noch kein Spiel verloren. Top Transfer.

Der Lahme
Jovanovic sollte Patocka ersetzen, wurde aber eine bessere Kopie des zuvor angesprochenen. Fehleinkäufe gibt’s also auch im Lager Grün-Weiß, also musste ein neuer Abwehrchef her. Dieser wurde im Norweger Rangvald Soma gefunden. Dieser besticht durch gutes Stellungsspiel, ist aber weder Rakete noch Stabilisator. Gegen Hapoel verschuldete er in 2 Spielen 4 Tore, in der Bundesliga reicht sein Können.

Der Flop
Der Griff ins Klo gelang aber doch noch den Salzburgern am Besten. Von Aalborg kam er her um Europa zu erobern, der verlängerte Arm von Stevens sollte Thomas Augustinussen werden. Weit gefehlt. Anfangs versuchte man sich mit dem Dänen anzufreunden, doch als das schließlich nicht mehr ging, wurde er schnurstracks durch Pokrivac ersetzt. Bis zum notgezwungenen Einsatz gegen Villareal, war die Tribüne oder bestenfalls die Bank Arbeitsplatz des defensiven Mittelfeldspielers.

Bundesliga Elf der Herbstsaison

___Gustafsson___
Schwegler_Dragovic_Sekagya_Ulmer
_Pehlivan_
_Hofmann_Acimovic_Jantscher_
__Wallner__Jelavic__

Artikel stammt vom: 19. Dezember 2009 – 14:05 Uhr

11.11.2009

Offener Brief an den zuletzt immer mehr gescholtenen Österreichischen Teamchef

Geschätzter Nationalttrainer, lieber Didi!

Als Sie wenige Wochen nach der fristlosen Kündigung von Karel Brückner das zugegeben sehr schwere Amt des ÖFB-Teamchefs übernommen haben, wurden große Erwartungen in Ihre Person gesetzt. Bei Fans und Medien, erhielten Sie einen Bonus, wie Ihn kaum ein Nationaltrainer gesehen hat. Anfangs konnten Sie den von ihnen geforderten Umschwung tadellos herbeiführen, die Spieler schienen Lust am Nationalteam zu gewinnen, lust- oder praxislose wie Ivanschitz oder Stranzl wurden aussortiert. Rumänien konnte mit viel Glück und noch mehr Hoffer knapp geschlagen werden, aber langsam offenbarten sich Risse in Ihrem Sonny-Boy-Image. Maier-Hoffer war die bevorzugte Variante, Janko durfte Bankerl wärmen, so mancher Legionär ebenso. Statt auf gestandene Spieler zurückzugreifen forcierten Sie die Jugend, was Ihnen auch niemand verdenken kann. Aber wenn ein 17-Jähriger David Alaba gegen die Spanier bereits zum zweiten Mal im Teamkader steht, so ist das wahrlich gewöhnungsbedürftig.

Doch all diese Lappalien konnte man Ihnen – sofern man das wollte – verzeihen. Immerhin war der Erfolg durchaus vorhanden, spielerisch war das Ganze ein Graus, aber laut Gludovatz ist “alles wurscht, wenn man siegt”. Dann fand der von Ihnen nur allzu oft mit einer Diva verglichene Andreas Ivanschitz einen Verein, Mainz 05, und Sie verloren einen Grund Ihr scheinbar rotes Tuch nicht einzuberufen. Da sie ja keinen anderen rausnehmen hätten können, entschieden Sie sich kurzerhand dem enttrohnten Kapitän das Fordern einer Stammplatzgarantie zu unterstellen, nur um diese Meinung bereits Stunden später fallen zu lassen und durch die angebliche Langsamkeit und bei Ihm fehlende Defensivarbeit zu ersetzen. Ihr Sieger-Image – wie Sie es erlangen konnten, ist mir schleierhaft – haben Sie damit längst verloren, viel zu offenkundig waren Ihre charakterlichen Schwächen in der ‘Causa Ivanschitz’. Auch Martin Stranzl fühlte sich unfair behandelt, Peter Pacult, obwohl dieser eigentlich keinen Grund dazu hätte, auch. Der Grundtenor ist immer der selbe: Ihnen wird vorgeworfen nicht die Wahrheit zu sagen. Zuvor hatte bereits Alexander Manninger aus bis heute ungeklärten Gründen sein Engagement für das ÖFB-Team unter dem Trainer Constantini bis auf Weiteres beendet.

Mein lieber Herr Constantini, sie können – wie sie es auch selbst sagen – quasi tun und lassen was Sie wollen, immerhin müssen letztendlich eh Sie die Fingern hinhalten. Sie können einberufen und mögen, wen Sie wollen, aber zumindest begründen sollten Sie so manche unnachvollziehbare Entscheidung. Dass eine Begründung nicht völlig an den Haaren herbeigezogen – Martin Stranzl – oder gar erfunden – Andreas Ivanschitz – sein darf, versteht sich von selbst.

Ob Sie einen Stranzl einem Patocka, einen Baumgartlinger einem Leitgeb oder einen Beichler einem Ivanschitz vorziehen möchten, ist Ihr Kaffee. Doch Sie sollten doch das Rückgratt besitzen, zu Ihrer Entscheidung zu stehen und sich nicht hinter fadenscheinigen Ausreden zu verstecken. Dass der Unmut gegenüber Ihnen tagtäglich zunimmt, haben Sie sich wirklich selbst zuzuschreiben. Immer nur auf die Jung-, Lieb- oder Geilheit der eingesetzten Spieler zu verweisen, ist nicht das Wahre, der 08/15-Österreicher will Verbesserung und Ehrlichkeit sehen. Erstere ist nicht absehbar und auf Letztere haben sie zuletzt einfach viel zu oft verzichtet, als dass Sie mir in Zeiten wie diesen leid tun könnten.

Gegen Spanien möge unser Team ein gutes Resultat erzielen, es geht schließlich um die Ehre der Fußballnation, aber des Umschwungs willen, käme auch ein Debakel ganz gelegen. Denn auf einen Andreas Ivanschitz in dieser Form zu verzichten ist, selbst seiner Langsamkeit zu Trotze, lächerlich Sollte das Ganze auch noch aus persönlichen Gründen geschehen, wäre es natürlich hochgradig unprofessionell und einem Teamchef nicht würdig.

Ich hoffe Sie behalten meine Worte in Erinnerung
Mit freundlichen Grüßen
Dominik Seitlhuber

Artikel stammt vom: 11. November 2009 – 08:25 Uhr

13.10.2009

Offener Brief an den ‘Herminator’ – das WÜRDE ich (freilich ist dies nur ein fiktiver Brief) dem Hermann schreiben. Anlass bietet seine Pressekonferenz und der damit verbundene Rücktritt – http://www.laola1.at/392+M5e9a032b5d5.html

-> Lieber Hermann!

Du weißt, ich war nie ein großer Fan deiner Person. Weder des sportlichen Hermanns noch des menschlichen. Viel zu verbissen erschien mir deine Einstellung, viel zu nahe lag der Verdacht des Mitwirkens verbotener Substanzen, viel zu lange hast du deinen Rücktritt hinausgezögert. Ich konnte mich nie denen anschließen, die dich fast für heilig sprachen, dich für undopbar hielten, die von was-weiß-ich-woher zu den Rennen reisten, nur um dich zu erleben.

Trotz allem habe ich stehts deine ehrliche und offene Art gegenüber der Öffentlichkeit geschätzt. Nicht zu schweigen von der Kraft die du aufbringen musstest um deine bittersten Stunden, Tage, Wochen und Monate zu überstehen, jene nach dem Motorrad-Unfall sind natürlich gemeint. Sagenhaft wie du nach dem Horror-Sturz von Nagano, Stunden später Gold geholt hast und nicht weniger spitze war es auch als du wie aus dem Nichts vor nicht allzu langer Zeit nochmal die legendäre ‘Streif’ gewonnen hast.

Lieber Hermann, es ist für uns kaum feststellbar ob du je gedopt warst oder nicht, es ist prinzipiell zwar wahrscheinlich aber eigentlich auch scheiß egal. Was bleibt ist ein charakterstarker Mensch, ein ehrenwerter Sportsmann und in jeden Fall der beste Skifahrer aller Zeiten.

Viel Glück für deinen weiteren Lebensweg wünscht Dominik Seitlhuber <-

Artikel stammt vom: 13. Oktober 2009 – 15:10 Uhr