05.02.2010

Helmut Kraft folgt Matthias Hamann, verfolgt andere Philosophie. Reichel wollte das so, ist mit sich und den Aussichten zufrieden

So je und komisch seine Ära unter Stronach zu Ende ging, so rasch darf Helmut Kraft wieder arbeiten. Nachdem Stronach nicht von diesen und auch nicht von jenen Handlungen Krafts angetan war, entließ er ihn, recht unerwartet, zumal MAGNA zu diesem Zeitpunkt auf dem passablen sechsten Tabellenrang gelegen war.

Hamanns Entlassung war da schon absehbarer. Rang 8 ist kein Abstiegsplatz, aber auch kein Platz 6, eine öffentliche Vereinskritik nicht unbedingt für jedermann wünschenswert. Torfabrik der Liga ist man gerne, dem Gegner aber beim Tore schießen kooperativ gegenüber zu stehen, tut freilich weh. Außerdem hätte es ein Saufgelage gegeben, Zustimmung oder gar Einwirken Hamanns laut Reichel möglich. KRONE-Recherchen überführten immerhin bereits den Assistenztrainer, der wäre der Hotel-Security betrunken zur Last gefallen. Deswegen, und vermutlich fiel noch mehr vor, gibt es in Linz keinen Hamann mehr, höchstens noch in den Geschichtsbüchern oder den Herzen der Linz-Anhänger.

Helmut Kraft tritt ein schweres Erbe an, beim LASK muss man viel tun um geschätzt, aber sehr wenig tun um entlassen zu werden. Bei Ried wirkte Kraft durchaus positiv, mit Wacker Innsbruck stieg er ab. Kraft gilt als Meister des Mitteldings, er baut auf junge Talente (in Neustadt machte er zuletzt Patrick Wolf groß), ist routinierten Spielern aber nicht abgeneigt. Weiters bevorzugt er inländische Gewächse, ihm, dem Präsidenten, sei das wichtig. Insofern dürfte Reichel ausnahmsweise richtig gelegen sein.

Aber auch mit einem guten Trainer und einer dementsprechend gesunden Mischung wird es schwer, den LASK in höhere Regionen zu hieven. Der Präsident wünscht sich mehr Punkte,  verkaufte jedoch Wallner. Um den Traditionsklub, dem zuletzt die Philosophie zu fehlen schien aus dem hinteren Tabellendrittel zu führen, benötigt Kraft in jedem Fall ein Konzept. Dass ein Polster oder ein Reichel dieses zu tragen oder gar bauen imstande sind, darf Kraft nicht erwarten, er wird den Weg allein zu gehen haben. Wohin dieser führt ist noch nicht abzuschätzen, den Führenden der Torjägerliste, einen passablen Trainer und somit das Vertrauen der Fans abzugeben und im Gegenzug Besserung zu erfahren, wird aber selbst in der skurrilen Welt der Kulturhauptstadt mehr als schwierig.

Artikel stammt vom: 5. Februar 2010 – 12:57 Uhr

05.02.2010

Marc Janko ist angeschlagen, Somen Tchoyi gewährte sich selbst Sonderurlaub vom Afrika-Cup – aus unterschiedlichen Gründen absolvieren beide momentan ein Lauftraining. Paradoxerweise will es beim Meister trotzdem nicht wirklich laufen.

Nach einer guten, fast furiosen, Herbstsaison in die Gänge zu kommen, ist selten leicht, meist gar fast unmöglich. Beendet man eine Saison im Jubel, beginnt man die nächste nur allzu oft ganz anders. Davon kann zum Beispiel ein Marc Janko ein Lied trällern. War er nach 20 Runden noch eindeutig auf Kurs den Krankl-Rekord zu brechen und den Golden Schuh zu holen, wurde schlussendlich aus beidem nichts, in der Rückrunde fiel ihm das Treffen merklich schwerer.
Seinem momentanen Arbeitgeber, Red Bull Salzburg, scheint es momentan recht ähnlich zu ergehen, aus 4 Vorbereitungsspielen konnte man kein einzige siegreich verlassen.
Obwohl: So herrausragend hatten die Bullen die Hinrunde doch gar nicht verlassen. Man bedenke die matten Darbietungen gegen Sturm oder gegen Kärnten. Trotzdem, alles in allem war Stevens’ erste Halbsaison das, was man gut nennen kann. Und daher anfällig, im zweiten Durchgang abzusacken, zu sinken in ein Mittelmaß.

Es wäre freilich unangebracht, schon jetzt eine Krise an die Wand zu malen, jetzt wo weder die Europa-League, der Cup oder die heimische Liga begonnen haben. Man muss sich Zeit lassen mit Schlüssen, diese könnten oft voreilig und unbedacht ausfallen. Nichts desto trotz macht man sich als Anhänger und wohl auch als neutraler Beobachter so seine Gedanken, wenn der amtierende österreichische Meister, der Klassenbeste im Zweig Euro-League, gegen Dynamo Budweis erst 1:3 zurückliegen muss, ehe er beginnt aufzuwachen und schlussendlich den Ausgleich schafft.

Freilich ist die fehlende Durchschlagskraft erklärlich, berechenbar. Bereits zu Saisonbeginn hatte sich ähnliches zugetragen: Das Spielsystem der Salzburger war noch nicht ausgereift, Spieler A kannte Spielers B’s Laufwege nicht, C hatte keine Ahnung dass es A überhaupt gibt. Es folgten schwache Spiele, wie etwa jenes in Dublin, als man bis zur 86. Minute warten musste, den Aufstieg gegen eine irische Mannschaft zu erreichen. Später, als das System gefunden war, lief es gut, man gewann die Europa-League-Gruppenphase mehr als souverän.
In einer ähnlichen Phase, in einem Umbruch, scheint sich Stevens’ Mannschaft momentan zu befinden. Es gilt Wallner zu integrieren und keinen der elf Erfolgsspieler zu entfernen – mathematisch schwierig. Vermutlich wird man in einigen Ligaspielen auf den provisorischen 6er hinter Leitgeb und Pokrivac verzichten und stattdessen Wallner, mehr oder minder hängend aufbieten. Ganz sicher zu sein, scheint sich Stevens noch nicht, zumal er zuletzt einige von Grund auf verschiedene Spielsysteme spielen ließ. Im vierten und letzten Testspiel probierte er ein 4-4-2 (Wallner mehr oder minder hängend), was am wahrscheinlichsten erscheint.

Zeit für Veränderung sollte jedem gewährt werden, auch dem Liga-Krösus. Doch bereits am 10. Februar steht gegen Sturm Graz im Rahmen des ÖFB-Cups ein äußerst wichtiges wie schweres Auswärtsspiel auf dem Plan. Stevens erklärte, den Cup unbedingt holen zu wollen, somit muss dieses Spiel gewonnen werden.
Schlecht, dass gerade jetzt zwei Väter des Salzburger Erfolges aus jeweils unterschiedlichen Gründen untauglich sind. Marc Janko plagt sein Sprunggelenk, er könnte fit werden. Somen Tchoyi hingegen wird im Cup wohl ganz sicher nicht auflaufen. Der Kameruner zeigte sich zum wiederholten Male von seiner düsteren Seite, gewährte sich Zusatzurlaub nach dem Afrika-Cup – ohne Rücksprache mit dem Verein. Deshalb beorderte Stevens Tchoyi zum Lauftraining, selbiges absolviert derzeit übrigens auch Janko.
Sollten beide Garanten, und davon ist durchaus auszugehen, nicht zum Einsatz kommen (können), steht Stevens vor einer ersten Hürde. Louis Clemens Ngwat-Mahop ist momentan noch mehr rekonvaleszent als fit, Wallner als Solo-Spitze ergebe keinen Sinn, Rakic wurde verständlicherweise in die Heimat geschickt.

Doch man sehe die Welt von Red Bull nicht zu trüb. Stevens hat bereits bewiesen, dass mit Engagement, Wille und der nötigen taktischen Einstellung manch Schwächephase überstanden werden kann. Wallners Engagement in Salzburg wird übrigens von einem guten Stern überwacht: Sein fußballerisches Comeback beim LASK wurde von einer halben Gesichtsmaske begleitet, auch die nächsten Spiele im Dress der Salzburger wird er mit Nasenschutz zu absolvieren haben, einem Naseneinriss gegen die Grashüpfer sei Dank.

Artikel stammt vom: 5. Februar 2010 – 21:20 Uhr

04.02.2010

Peter-Michael Reichel ist LASK-Präsident, das tue er gerne, 24 Stunden am Tag, will zumindest Polster wissen. Mit Hamann hatte er großes vor, wollte mittelfristig die Besten ärgern. Jetzt ist Hamann weg, Reichel wollte es so.

Geschätzter Präsident Reichel,

Noch vor Monaten hatten Sie im ‘Sport am Sonntag’ erklärt, dass Sie Hamann gern hätten, als Trainer und auch als Mensch. Hamann verkündete, dass man nun auf einem Weg sei, der langfristig gesehen der Beste wäre und kurzfristig immerhin nicht der Schlechteste. Dem stimmten Sie zu, da war die Linzer Welt noch in Ordnung. Dann durfte Hamann nicht mehr Sportdirektor sein, Polster kam, Sie entwickelten sich immer mehr zum “Alleinherrscher”. Dies attestierte Ihnen auch Hamann, leicht irritiert mittlerweile.

Ausschlaggebend für Hamanns Entmachtung auf Raten dürften neben sportlichen- wohl auch persönliche Gründe gewesen sein. Denn nicht nur, dass der LASK derweilen auf Rang 8 abgerutscht war, der Trainer meldete sich auch immer öfter zu Wort – oft medial, das mögen Sie nicht.
Verständlich, immerhin erklärte er Sie zum Alleinherrscher, sogar quasi als unmündig sportliche Bereiche betreffend. Einen Aufhauser zu holen, wäre inkompetent gewesen, Wallner nicht zu ersetzen ohnehin.

Hamanns  Entrüstung sollte schließlich zu seinem Grab werden. Sie bezichtigten Hamann des Nicht-Vertrauens in seine Spieler, er wolle den jungen, wie österreichischen Weg nicht mehr mitgehen. Nie hatte Hamann dies getan, er hatte nur davon gesprochen, dass “Wallner 1a Priorität” hatte, diese nicht erfüllt wurde. Von mangeldem Vertrauen in seine Spielern hatte Hamann nie gesprochen, Sie aber wollten es so verstanden haben.

Viel wichtiger, und das schien sich tatsächlich zugetragen zu haben, schien Ihnen, so erzählen Sie zumindest, ein Saufgelage in Belek gewesen sein. Es entstand Sachschaden, der Trainer gab angeblich die Erlaubnis dazu, war eventuell selbst dabei. Die Hotel-Security könne das bestätigen, die hätten zu tun gehabt. Hamann selbst wollte weder Vorwürfe noch Rausschmiss kommentieren.
Jedenfalls ist Matthias Hamann nicht länger LASK-Trainer. Der Nachfolger, manche munkeln einen Jara nach Linz, wird somit der fünfte Coach innerhalb ziemlich weniger Montate sein. Zuletzt sprachen Sie noch oft von Kontinuität, welche mittlerweile eingekehrt sei, davon ist leider nichts spüren. Seit dem 27. Oktober 2008 haben in Linz, jeweils unter Ihren Argusaugen, Panadic, Lindenberger, Krankl und Hamann trainiert, großteils mehr oder minder erfolglos. Ein Krankl war da noch der Einzige dem Sie ein Schmähbruder waren, der wenn es nach Ihnen ginge hätte bleiben dürfen, er wollte nicht. Die anderen waren teils (Panadic, Lindenberger) tatsächlich ligauntauglich, andere (Hamann) hätten sich mehr Respekt gewünscht und diesen auch verdient. Der LASK beeindruckte mit sehenswertem Offensivfußball, mit dem Abstieg hatte man kaum etwas zu tun, Ihnen wurde gedankt, Hamann geholt zu haben. Jetzt ist Hamann weg, Ihnen war er vermutlich zu einflussreich, und Ihr Ruf in Linz liegt beinahe am Gefrierpunkt.
Einige Anhänger kündigten via Internet-Foren sogar Proteste, Pro-Hamann- und Anti-Reichel-Chöre an. Ob Sie Ihre Entscheidung dann bereuen werden? Wohl kaum, seit Sie vor gut 9 Jahren das Amt des Präsidenten übernommen haben, scheinen Sie nichts gelernt zu haben. Der LASK ist heute genauso konzeptlos wie gestern und vor 10 Jahren, das müssen Sie sich gefallen lassen. Und ob da ausgerechnet ein Toni Polster aushelfen kann, darf – gelinde gesagt – in Frage gestellt werden.

Übrigens: Als einen der Gründe für Hamanns Ablöse sahen Sie außerdem dessen fehlenden Weitblick, seine Weigerung junge Spieler zu integrieren. Sollte dies tatsächlich so sein, hätten Sie Recht – junge Spieler sind wichtig.
Jetzt pocht aber Jara an der Tür, was seltsam ist, da besagter als Verfechter routinierter Spieler gilt.

Auf dass bessere Zeiten kommen mögen
Dominik Seitlhuber

Artikel stammt vom: 4. Februar 2010 – 14:32 Uhr

28.01.2010

Constantini redet gerne, das mag man. Constantini redet aber viel unverständliches, das ist komisch und muss besprochen werden. Zuletzt hatte der Teamchef wieder den Drang, Garics verbal Haue zu geben, heute bekommt er von mir die verbale Retourkutsche. Constantini ist der erste Sportler, der von mir bereits den zweiten virtuellen Brief zugestellt bekommt. Der folgende Blog-Eintrag behandelt unter anderem Lügen, Nicht-Lügen und Aussichten

Geschätzter Teamchef, lieber Didi,

Vielleicht können Sie sich ja noch an mich erinnern. Ich war es, von dem Sie bereits am 11. November vorigen Jahres Post bekommen haben, mit der Bitte, sich zu ändern. Sie haben geschwiegen, das nennt man Akzeptanz durch Stillschweigen, passiert ist wenig. Sie konnten es sich weiter nicht verkneifen, Ivanschitz zum schwarzen Peter der vergangenen Nationalteam-Ära zu stempeln, Außenverteidiger für prinzipiell unnötig zu erklären oder Scharner am rechten Verteidigungsflügel einzusetzen.
Trotzdem, Ihr Vertrag wurde verlängert. Man darf Sie dutzen, das kommt gut an, wirkt tirolerisch. Sturheit wird den Männern und Frauen von dort auch nachgesagt, Sie selbst wollen diese bei Ihnen noch nicht erlebt haben.

Seit dem 11. November ist jedenfalls viel passiert. Frankreich spielte man den Puntktelieferant, gegen Spanien durfte man 1:5 unterlegen, zugegeben haben Sie immerhin, dass es höher hätte ausfallen können. Als schuldig sahen Sie einmal Scharner, erstmals als Außenverteidiger aufgeboten, und einmal Garics, hauptberuflich Außenverteidiger. Nicht Sie hätten fehlerhaft gehandelt, Scharner wäre einfach unbemüht gewesen. Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel hatten Sie noch darauf gepocht, selbst Entscheidungen treffen zu wollen, da Sie ja immerhin später ohnehin Ihr Haupt vor die Medien halten müssen. Das sah nach dem Spanien-Match anders aus, Sie sahen sich lediglich bestätigt in Ihrer Annahme, Außenverteidiger mit Drang nach vorne wären unnützt.

Bereits vor dem Spanien-Länderspiel wurde Garics durch Ihre Auffassung hellhörig, merkte höflich an, Sie wären im Unrecht. Per Presseaussendung ließen Sie verlautbaren, Sie wären keiner der Maulkörbe verteilt, Garics hätte teilweise recht. So durfte er dann auch gegen Spanien rechtsverteidigen, das kann er. Nach dem Spiel wollten Sie wissen, Rechts- und Linksverteidiger könne man sich nicht leisten, das hätte man heute bewiesen bekommen. Dieses Muster, denn Garics war keinesfalls einer der schlechteren an diesem Tag, erinnerte doch stark daran, was Sie eigentlich als “charakterlos” eingestuft hatten: Einen Spieler gegen einen Top-Gegner aufzubieten, ihn dumm aussehen lassen, um ihn schlussendlich abservieren zu können. Einer Ihrer Berater hatte Ihnen angeblich dazu geraten, so bei Ivanschitz vorzugehen, dem wollten Sie das aber nicht antun, es musste Garics herhalten.

Dann kam der Winter, der Tumult um Ihre Person kühlte ab. Erst vor wenigen Tagen haben Sie wieder Ihr Wort erhoben, via Interview aus der Türkei. Eben dieser zuvor angesprochene Garics hätte gegen Spanien sehr schlecht ausgehen, spreche dauernd von offensiven Außenverteidigern “hat aber selbst noch kein Tor aufgelegt”. Außerdem hätten Sie unwillentlich eine SMS zugestellt bekommen, deren Absender Garics heißt. Inhaltlich machten Sie nur so viel klar, dass über seinen Vereinstrainer hergezogen wurde. Die SMS hatten sie vermutlich durch Zufall erhalten.
Nach Pogatetz (“Ich wollte ihn anrufen, er hob nicht ab.”) und Scharner (“Ich wollte nicht anrufen.”, er hob ab) folgt mit Garics die nächste Geschichte mit Ihrem Mobiltelefon.
Dass Ihnen das nicht zu glauben ist, sollte sich von selbst erklären, aber wo liegen denn Ihre Beweggründe? Immerhin handelt es sich hier um grobe Rufschädigung, nachhaltige Schwächung von Garics’ Karriere.

Liegt Ihnen etwas an der vermutlich sehr hohen Abfertigung, die Sie für eine vorzeitige Vertragsauflösung erhalten würden? Oder sind Sie einfach mehr Tiroler als ich dachte? Nein, höchstwahrscheinlich war dies schlicht und ergreifend ein böses Revanchefoul, welches über die Stränge schlug und Ihren Charakter perfekt nach außen demonstrierte.

Mit verwunderten Grüßen
Dominik Seitlhuber

Artikel stammt vom: 28. Jänner 2010 – 17:51 Uhr

27.01.2010

Dietmar Beiersdorfer hat sich entschieden mit Wallner Schluss zu machen. Schluss mit dem ewigen Rotieren, Kontinuität will man künftig in Großbuchstaben schreiben. Der versprochene Blog-Eintrag, der die schmächtige Transferpolitik der Salzburger analysiert und aufzeigt, welche Spielsysteme möglich sind

Bisher einziger Einkauf, und das wird er bleiben, soviel verriet Beiersdorfer, des Liga-Krösus war und ist Roman Wallner. Über die Vertragsdetails wollte man schweigen, ÖSTERREICH wollte jedoch etwas erfahren haben, die Verantwortlichen wollten aber wirklich schweigen, daher sind die kolportierten 1,2 Millionen Ablösesumme Humbug.

Wallner erst gar nicht richtig in Salzburg angekommen, durfte Dietmar Beiersdorfer bekannt geben, dass man nicht plane, mit einem anderen Kader zu planen. Heißt im Umkehrschluss, er schenke dem jetztigen das Vertrauen, man wolle ihn nicht weiter verändern. Der ehemalige HSV-Sportdirektor, mittlerweile globaler Kopf von Red Bulls Rasenballsport, dürfte gut beraten dies zu tun, beziehungsweise das Verändern eben nicht zu tun.

Zuvor wurden Jezek und Aufhauser zu den Juniors geschickt, unbefristeter Urlaub, dann wurde das Austauschjahr von Pamic nach 6 Tagen Rückkehr verlängert, unbefristet. Sasa Ilic geht künftig in Belgrad zocken.
Soll nicht heißen, der Salzburg-Kader wäre geschrumpft. Denn mit Christopher Kröpfl – für Sturm Graz zu schlecht, dem amtierenden Meister genehm – und Daniel Aschauer durften gleich zwei Zweitligisten unbefristet Luft schnuppern, vermutlich auch für länger.

Im Geteste vor der Saison war bisher einmal Steaua Bukarest und einmal der FC Luzern dran, geschlagen zu werden. Beides Male wollte es nicht gelingen, zweimal hörte das Ergebnis auf den Namen Eins zu Eins.
Mit dabei war, und das ist logisch – Stevens möchte andere als Bankerlwärmer fungieren lassen, Roman Wallner. Zugegeben mit Anpassungsschwierigkeiten, er kenne immerhin die Laufwege nicht gut, sei sich aber sicher, diese lernen zu können und mit dem Fußball, den er spielt und liebt, Salzburg helfen zu können.

Wallner bedeutet für Salzburg einen völlig neuen Spielertyp, einer wie es etwa ein Aschauer ist. Wallner ist Spitze, gerne auch mal hängend. In einem 4-1-4-1-System hätte er keinen Auftrag, Stevens betonte ihn aber häufig spielen lassen zu wollen. Entweder er oder das System müssen lügen. Da Stevens aber als Fan der Wahrheit gilt, ist mit letzterm zu rechnen. In Frage käme da eigentlich nur ein 4-2-3-1 oder ein 4-4-1-1.

-) Ein 4-2-3-1 wäre wohl von der gewohnten 4er-Abwehr vor Gustafsson, den zwei 8ern Leitgeb und Pokrivac, den Flügelflitzern Tchoyi und Svento, dem Freigeist Wallner und der Solo-Spitze Janko gebildet.
-) Das potenzielle 4-4-1-1 könnten der eine Goalie, die vier Abwehrspieler, das Mittelfeld um Tchoyi, Leitgeb, Pokrivac und Svento, die nach rechts hängende Spitze Wallner und der etwas nord-östlich stürmende Janko komplettieren. Wallner, als rechter vermutlich eher am rechten Rand, und Janko, ein Linker, hätten so jeweils mehr Freiheiten, Roman könnte dem Wirbeln und Laufen nachgehen, was ihm bekanntlich liegt.

Es darf gespannt erwartet werden, wofür sich Stevens entscheiden wird. Ich denke, und hoffe, auf eine meiner beiden Varianten, welche der beiden es wird, ist nebensächlich. Es bleibt, auf Stevens zu vertrauen, Salzburg ein Kompliment zu einem denke ich sehr guten Einkauf zu machen und sich als Bullen-Anhänger über die endlich eingekehrte Beständigkeit zu freuen.

Artikel stammt vom: 27. Jänner 2010 – 17:07 Uhr

27.12.2009

Das Jahr 2009 wird mit 1. Jänner 2010 Geschichte sein. Was sich in den abgelaufenen 360 Tagen ereignet hat, findet in diesem Blog-Eintrag Erwähnung

6. Jänner, Die 4-Schanzen-Tournee trägt Rot-Weiß-Rot
Der prognostizierte Zweikampf von Simon Ammann mit Gregor Schlierenzauer, war Wolfgang Loitzl zu fad. Kurzerhand eroberte der routinierte Schönspringer den begehrten Sieg bei der 4-Schanzen-Tournee.

12. Jänner, Ronaldo ist auch Fußballer
Neben allerlei Glitter und Glamour krönt sich Christiano Ronaldo im Vorbeigehen zum Weltfußballer.

24. Jänner, Ein Albrecht spielt Loitzl
Dem Schweizer Daniel Albrecht dürfte Loitzls Höhenfluge gefallen haben. Beim Zielsprung in Kitz nimmt sich der junge Eidgenosse Herz und Beine in die Hand, der Mut zum Risiko wurde mit drei Monaten im Tiefschlaf belohnt.

27. Jänner, Die Planai bleibt österreichischer Boden
Vor 50.000 kochenden Österreichern gewähren die Herren Herbst und Pranger einen Doppelsieg.

2. Februar, Windtner ist der neue Stickler
Seit der Hauptversammlung zu Februar-Beginn kann sich Windtner ÖFB-Präsident schimpfen.

3. bis 15. Februar, Schlechte WM bringt 2 Goldene
Sowohl der Veranstalter, als auch die ÖSV-Asse versagten in Val d’Isere. Vergoldet fahren lediglich Pranger und Zettel heim

2. März, Karel ist kein Fußball-Gott
Ein 0:2 gegen Litauen relativierte schnell das grandiose 3:1 gegen die stolzen Franzosen, die Punkteteilung mit den Färöern tat ihr übriges. Brückner: Ein Missverständnis.

4. März, Constantini will “Geilheit ausleben”
Constantini ist geil auf den Teamchef-Posten, taut sich das Ganze zu und bekommt den Zuschlag

14. März, 2 Pünktchen fehlten nach Einfedler
Ein Missverständnis mit einer Slalomstange kostet Raich den Gesamtweltcup

15. März, Schlieri fliegt zum Sieg
Tags darauf ist Schlierenzauer Überflieger – der Gesamtsieg ist vorzeitig seiner.

21. März, Ein Krankl ist kein Lindenberger
Nachdem Lindenberger in dutzenden Partien kaum Punkte gemacht hat, durfte Ende März Hans Krankl seine Trainerfertigkeiten unter Beweis stellen. Er coachte den LASK und kümmerte sich besonders um Roman Wallner, ein Stürmer, “um den uns noch ganz Europa beneiden wird” (sic!).

1. April, Didi’s Boygroup darf jubeln
Constantini hat unsere Mannschaft siegen lassen. Kein Scherz!

22. April, Schalker wird Bulle
Huub Stevens wird als Bullen-Dompteur präsentiert. Zwei Wochen zuvor war Co gegangen worden.

17. Mai, Geld schießt Tore
Red Bull Salzburg ist österreichischer Meister. Am selben Tag kündigt Gottwald an, die Latten vom Zaun nehmen zu wollen.

18. Mai, Vastic war einmal
Ivica Vastic mag nicht mehr, wird schließlich Trainer bei Waidhofen.

19. Mai, Stronach ist erstklassig
Das heißt, seine neue Liebe MAGNA um genau zu sein.

20. Mai, Donezk das bessere Bremen
Prödls Bremen im letzten UEFA-Cup-Endspiel gegen Donezk machtlos.

24. Mai, Austria hat Tradition
Der Cupsieg ist den Favoritnern mal wieder gewiss.

25. Mai, Ohne Spritzen mag ich nimmer
Bernhard Kohl will mit dem professionellen Radsport nicht mehr die Wege kreuzen, das Vornehmen ist wohl in beiderseitigem Interesse.

27. Mai, Barcelona ist Spitze
Messi zeigt Ronaldo den Köpfler, Eto’o leitet den Champions-League-Sieg von Barcelona über Manchester United ein.

31. Mai, Forlan und Krankl ums Äutzerl zu groß
Marc Janko verpasst im letzten Meisterschaftsspiel gegen Altach ein Tor. 39 Treffer reichen weder für den Goldenen-Schuh (Diego Forlan), noch für Hans Krankl (41 Tore).

18. Juli, Ivanschitz war Athener
… und ist mit dem 18. Juli Mainzelmännchen.

25. Juli, Barichellos Stahlfeder ist Massas Pech
Der BrawnGP-Pilot entledigt sich einer Stahlfeder, welche wiederum Massa in den Schlaf wiegt. Der Brasilianer trägt keine Schäden davon. Zwischenzeitlich war ein Schumi-Comeback im Gespräch gestanden, der Nacken wollte aber nicht mitspielen.

26. Juli, Contador lässt Armstrong altersgemäß aussehen
Der Spanier gewinnt die 96. Tour de France.

28. Juli, Hoffer wagt Italienisch-Kurs
Ohne einen Brocken Italienisch zu können, begibt sich Hoffer zwecks Dienstreise nach Neapel. Heute ist die Tribüne sein Arbeitgeber.

5. August, Arnautovic ebenfalls Italo-Striker
Inter Mailand hat er auserkohren.

16. August, Gay durfte zusehen
Usain Bolt hält bisher dagewesenes zum Narren. Der Jamaikaner braucht für den klassischen Hunderter 9,58 Sekunden.

25. August, Eine unbelohnte Reise
Dem österreichischen Titelträger wird in Israel von Maccabi der Meister gezeigt, die Champions-League ist abermals dahin.

27. August, Rapid zeigt Villa den Österreicher
Der Rekordmeister eliminiert in der Europa-League-Quali Aston Villa. 4 Österreicher stehen im europäischen Geschäft.

31. August, Maierhofer am letzten Drücker
Am letztmöglichen Transfertag kehrt Maierhofer Rapid den Rücken, neuer Arbeitgeber ist Wolverhampton.

5. September, Angstgegner von zwei Großen zerbomt
Maierhofer und Janko geleiten die Färöer heim auf die Insel.

16. September, Briatore, Ex-Renault-Chef
Briatore wird wegen des inszenierten Piquet-Crashs gegangen.

17. September, Rapid zeigt HSV den Ösi
Hofmann, Jelavic und Drazan bomben Rapid in den Himmel, leider aber auch in die Überheblichkeit. Es folgen Klatschen gegen Tel Aviv und gegen die Hamburger im Auswärtsspiel.

30. September, Alonso nächste Saison bei Ferrari
Punkt.

1. Oktober, Zweites Spiel bringt zweiten Sieg
Im wohl besten Spiel der Red-Bull-Ära verabschiedet Salzburg Villareal 2:0.

13. Oktober, Herminator war einmal
Überraschend gibt Hermann Maier sein skifahrerisches Ableben bekannt.

14. Oktober, Didis Erwählte erreichen Minimalziel
Der dritte Platz wars am Ende.

18. Oktober, Ein Button; ein Weltmeister
Bei noch einem ausständigen Rennen kann Jenson Button der Gewinn der Formel1-WM nicht mehr genommen werden, Vettel ist sein Vize.

28. Oktober, Prokop findet Durchdrehen okay
HypoNÖ-Trainer Prokop unterbindet einen Angriff des Gegners und rechtfertigt im Anschluss sein Vorgehen.

4. November, Loitzl und Jukic waren’s
Der 4-Schanzen-Tourminator ist das männliche Pendant der weiblichen Sportlerin des Jahres, Mirna Jukic.

10. November, Robert Enkes Kopf zu schwer
Der Hannoveraner begeht unter Einwirken schwerer Depressionen Selbstmord.

18. November, den Besten zu Gast
Verliert man dann aber 1:5, ist’s auch schon wieder egal.

20. November, Die Manipulatoren haben ausgemanipuliert
Die Bombe um den Wettskandal ist geplatzt.

26. November, Prelogar solls richten
Der Slowene folgt Schinkels.

27. November, Woods war böse
Tiger Woods’ Schläger traf fremde Löcher und sorgt für Aufregung.

8. Dezember, Rinner neuer Steuermann
am Bundesliga-Ruder, Edlinger passts nicht.

10. Dezember, Ein Fußballgott wird geehrt
Der in Hütteldorf als Fußballgott verschriene Hofmann ist für die Trainer der Champ.

12. Dezember, Moralischer Sieger
Rapid ist Winterkönig.

14. Dezember, Stronach hat einen Neuen
Nach einem 4:0 für (!) MAGNA darf Helmut Kraft ruhen, Peter Schöttel folgt “spontan”.

17. Dezember, Salzburg bleibt makellos
Red Bull Salzburg gewinnt auch das sechste seiner Gruppenspiele, Villareal, Lazio und Levski wurden je zweimal gewatscht.

23. Dezember, Es lebe das Gas
Siebenfach Weltmeister Michael Schuhmacher geht ab nun für Mercedes GP auf Titeljagd. Sein Arbeitnehmervertrag mit Brawn dauert 3 (!) Jahre, Schumi ist 41.

Artikel stammt vom: 27. Dezember 2009 – 20:57 Uhr

12.12.2009

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. In der Liga läuft es für die Salzburger nicht wirklich rund, im Nachfolge-Pokal des UEFA-Cup ist man DIE Sensation. Parallelen zum Stevens-Engagement bei Schalke können gezogen werden. Im folgenden offenen Brief richte ich meine Worte an den Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg

Geschätzter Herr Stevens,

Sie können mir glauben: Nichts behagt mir weniger als Kritik an Ihrer Person. Ich schätze Sie als einen von Grund auf ehrlichen Menschen, einen akribischen Arbeiter, eine Respektsperson für die Spieler und nicht zuletzt als einen guten Trainer ein. Was derzeit in der Bundesliga passiert, verdient jedoch Verwunderung. Wiederholt mussten Sie auf die geistige Müdigkeit verweisen, was im Umkehrschluss natürlich heißt, dass diese nicht behoben werden konnte. In Anbetracht dieser Tatsache kann so mancher Fan schwer nachvollziehen, wieso sie das Prinzip der Rotation so strikt ablehnen. Eigentlich war ich immer gegenteiliger Meinung, ich konnte mich mit ihrer Startelf abfinden und war stets gegen große Rochaden. Denn ein “Winning Team” will bekanntlich nicht getauscht werden. Ist ein Team allerdings im spielerischen Keller (so wie das in Salzburg derzeit zweifelsohne der Fall ist), wären “Winds of Change” vielleicht doch ein probates Mittel.

Man kann nicht wirklich sagen, dass Sie das nicht versucht hätten: Mit Christoph Kröpfl wurde ein Junior zu seinen ersten Einsatzminuten in der Ersten gebracht – mit durchaus ansehlichem Erfolg. Trotzdem blieb die Startelf die Selbe, sieht man von dem verletzungsbedingten Tausch Opdams anstatt Schiemers ab. Außerdem müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, in der Liga nicht genug Flexibilität walten zu lassen. Dass eine Wiener Austria ein anderes Spielsystem als die Kärntner Austria verlangt, sollte doch eigentlich selbstverständlich sein. Ihr Spielsystem mag wirklich ein gutes sein, das will ich Ihnen nicht absprechen, aber es könnte ein wenig Abwechslung vertragen. Die Aufstellung die Sie nach langem Suchen gefunden haben, könnte für die Europa-League gar nicht besser geeignet sein, ob es in der Bundesliga Zukunft hat, wird sich weißen.

Genug der Kritik, es war wahrlich mehr eitel wonniges, als es die ersten Absätze darstellen. Die sensationellen fünf Siege in der Gruppenphase habe ich ja bereits erwähnt, aber auch für andere Verdienste ist Ihnen zu danken. Beispielsweise haben Sie Schiemer die Position des defensiven Mittelfeldspielers wieder entdecken lassen und somit ein grundsätzliches Problem behoben. Das Sorgenkind von Saisonbeginn blüht in seiner neuen Rolle richtig auf, es sei denn er ist (wie momentan) verletzt.
Ein anderer Kicker, ein echter Salzburger Volksheld, bereitete ihnen da schon mehr Schwierigkeiten. Der bronzene Marc Janko wollte ihrem Willen nicht und nicht gehorchen und wurde daher auf die Ersatzbank gesetzt. Die Medienlandschaft hätte Sie für diese Entscheidung wohl strangulieren wollen, so mancher Fan auch, aber wie sich herausstellen sollte, behielten Sie Recht. Janko bezeichnet Sie heute als “Segen” und sich selbst als den “neuen, besseren Janko”. Das mit dem Tore schießen lernte er dann auch schnell wieder. Nach 19 von 36 Runden hat er 10 Treffer auf dem Konto, gegen Kärnten verhinderte eine gemeine Querlatte seinen Elften.

“Wir können froh sein, dass die Winterpause da ist.”, gaben Sie selbst zu. Und sie haben mal wieder Recht. Es ist Zeit, das Passierte aufzuarbeiten, zu alter Stärke zurückzufinden und den Meisterteller in Salzburg zu bunkern. Ich denke, dass Ihnen das auch gelingen wird.
Bevor ich mich schließlich verabschiede, möchte ich Ihnen noch meine Wunschaufstellung ans Herz legen:

____Gustafsson____
_Schwegler_Afolabi_Sekagya_Ulmer_
_____Leitgeb__Pokrivac_____
_Kröpfl___Tchoyi___Svento_
______Janko______

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Dominik Seitlhuber

Artikel stammt vom: 12. Dezember 2009 – 12:49 Uhr

08.12.2009

Die Hinrunde neigt sich dem Ende zu. Zeit, die Transfer-Kracher unter die Lupe zu nehmen. Wer für den Verein am rentabelsten war und wer das Geld nicht wert ist:

10. Platz ; Rangvald Soma ; Vikings Stavanger => Rapid Wien (Ablöse: 200.000€)
Der norwegischstämmige Innenverteidiger besticht zwar durch gutes Stellungsspiel, fabriziert durch seine fehlende Schnelligkeit aber auch so manchen Patzer. Spielte eine solide Hinrunde, verstärkte die Grün-Weiße Defensive, war jedoch hauptverantwortlich für die 10 Tore, die Rapid aus den letzten drei Euro-League-Partien kassiert hat.
Note: 3-

9. Platz ; Atdhe Nuhiu ; Austria Kärnten => SV Ried (Leihweise mit Kaufoption)
Nuhiu ist weder fesch, noch technisch beschlagen, aber Torinstinkt und somit -Gefährlichkeit kann man der Ried-Leihgabe nicht absprechen. Beim Canori-Klub war er nicht gewunschen, unter Gludovatz blüht er auf.
Note: 2-

8. Platz ; Gordon Schildenfeld ; Besiktas Istanbul => Sturm Graz (Leihweise)
Der gealterte Verteidiger ist kein Knüller, aber ein respektabler Spieler. Er stabilisiert die Sturm-Graz-Viererkette enorm und strahlt Sicherheit aus. Stand sogar teilweise im kroatischen Nationalteam-Kader.
Note: 2

7. Platz ; Franz Schiemer ; Austria Wien => RB Salzburg (Ablösefrei)
Kam anfangs auf der Position des rechten Verteidigers nicht zurecht, entdeckte dann jedoch im defensiven Mittelfeld seine alte Liebe wieder und zählt nun zum Stamm der Eurofighter-Truppe. Da Ablösefrei im Preis-/Leistungsverhältnis natürlich ein Top-Transfer.
Note: 2-

6. Platz ; Julian Baumgartlinger ; 1860 München => Austria Wien (Ablösefrei)
Gratis zu haben, Versprechen für die Zukunft – schön und gut. Bisher kann sich das Pehlivan-Pendant aber nicht wirklich behaupten, rutschte zuletzt gar aus der Startelf.
Note: 3-

5. Platz ; Dusan Svento ; Slavia Prag => RB Salzburg (Ablöse: 1.800.000€)
Der Slowake ist ein vielerorts geschätzter Kicker und das zurecht. Mit seinen 24 Jahren hat er sein Fußballerleben noch vor sich. Bisher hat er sich sehr gut in das Spielsystem von Huub Stevens eingefunden, wegen seiner hohen Ablösesumme landet er jedoch nur auf Rang 5.
Note: 2

4. Platz ; Hamdi Salihi ; SV Ried => Rapid Wien (Ablöse: 600.000€)
Der wendige Stürmer kam von der SV Ried und durfte unter Pacult überraschend oft Bankerl warm halten. Wenn er am Feld war, strahlte er aber immer Gefahr aus – in 11 Spielen für Rapid erzielte er 9 Tore!
Note: 1-

3. Platz ; Zlatko Junuzovic ; Austria Kärnten => Austria Wien (Ablösefrei)
Ist am Verteilerkreis Co-Dirigent und erledigt seine Sache gut. Verschwindet zwar oft im Schatten des Milenko Acimovic, aber eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber seiner Kärnten-Zeit ist klar erkennbar. Junuzovic ist technisch ausgereift und für sein Alter schon taktisch gut ausgebildet.
Note: 1-

2. Platz ; Nikola Pokrivac ; AS Monaco => RB Salzburg (2.000.000€)
Verleiht dem 5er-Mittelfeld der Bullen die nötige Ruhe und zeigt vor Allem bei wichtigen Spielen groß auf. Hat großen Anteil an den internationalen Erfolgen der Salzburger und ist trotz seiner hohen Ablösesumme eine absolute Top-Verpflichtung
Note: 1-

1. Platz ; Rabiu Afolabi ; FC Sochaux => RB Salzburg (Ablösefrei)
Konnte zwar noch nicht ganz an seine furiosen Austria-Tage anknüpfen, bildet jedoch mit Sekagya die mit Abstand sicherste Defensive der Bundesliga. Da er ohne Entgelt zu haben war, ist den roten Bullen mit seiner Verpflichtung der Top-Transfer der bisherigen Saison gelungen.
Note: 1-

Man sieht: Die Salzburger tätigen auch gute Transfers. Dem amtierenden Meister gebührt jedoch auch Kritik. Mit Thomas Augustinussen machte man auch den Transfer-Flop der abgelaufenen Transferzeit.

Artikel stammt vom: 8. Dezember 2009 – 13:32 Uhr

06.12.2009

Das schauderhafte Spitzenspiel zwischen amtierenden Tabellenzweiten Salzburg und den krisengebeutelten stürmischen Grazern muss aufgearbeitet werden und hat sich eine Analyse redlichst verdient.

Weder Tabellen- noch spielerische Spitze
Die Mannschaften könnten unterschiedlicher nicht in eine Partie gehen. Während Sturm Graz nach zuletzt 4 sieglosen Bundesliga-Partien und der unnötigen 1:2-Schlappe gegen Bukarest die Tabellenspitze nur noch in feuchten Träumen zu Gesicht bekommt, könnte es für die Stevens-Elf nicht besser laufen. Villareal wurde mit 2:0 panniert, Lazio und Levski bekamen je zwei Mal eine Abfuhr serviert. Die Hausaufgaben, das täglich Brot – die Tipp3-Bundesliga, wurden auch brav gemacht, zwar lag man vor dem Sonntags-Kracher 3 Punkte hinter Rapid, aber der Rückstand hätte ausgemerzt werden können. Die Vorzeichen standen als auf Sieg, aus Sicht der Salzburger. Den Grazern konnten zwar keine Flügel gestutzt werden (solche hat nämlich nur der Gegner), aber man konnte wahrlich von einem absteigenden Ast reden auf dem sich die Foda-Elf befand.

So unterschiedlich eingestellt gingen die Teams also in das angedachte Spitzenspiel. Ein solches versprach sie nämlich zu werden die Partie, immerhin waren an ihr glatt die Hälfte der legendären ‘Fantastic Four’ beteiligt. Weder von Unerschieden, noch von Klasse (hüben wie drüben übrigens) war was zu sehen, die Partie war langweiliger als ein plätschernder Bach. In den ersten Minuten war von Fußball nichts zu sehen, aber auch gekämpft wurde nicht wirklich. Trotzdem: Die vorherrschende Macht waren die heimischen Grazer, bei denen wiederum Klemen Lavric Gefahrenherd Nummer Eins war. Erst stimmte bei ihm jedoch das Timing nicht, dann war der Abschluss kein guter – zwei durchaus gute Einschussmöglichkeiten, wurden zu keiner- und einer Halbchance hinuntergeschraubt.
Die Salzburger waren auf drei Zähler angewiesen, aber wollten doch nicht so richtig. Defensiv konnte man zwar über weite Strecken die Kompaktheit bewaren, vorne ging im Prinzip nichts, daran konnte auch Marc Janko nichts ändern. Der Bullen-Stürmer erwischte einen schlechten Tag und vertändelte zahlreiche Bälle. Zwar trug sich sein Weitschuss aus Minute 45 als eine von zwei Torchancen seiner Mannschaft in die Statistik ein, aber im Großen und Ganzen versagte der 39-Tore-Mann.

Geteiltes Leid ist halbes Leid
Die Kommentatoren von Sky und ORF sahen die Partie auf verschiedene Art und Weise. Der Sky-Sprecher wirkte den Salzburgern gegenüber negativ eingestellt, der ORFler hatte Müh und Not sich ein Gähnen zu verkneifen. Für Ersteren war Sturm die klar bessere Mannschaft, letzterer sah das nicht wirklich so und war einfach über das bescheidene Niveau des Spitzenspiels frustriert.

Besserung ist Relativ
Die zweiten 45 Spielminuten versprachen, bessere zu werden. Mank kann auch durchaus behaupten, dass es solche wurden, doch heißen soll das nichts. Die Salzburger reißen das Geschehen nun an sich, der Spielaufbau bleibt allerdings behäbig und schlicht und ergreifend ideenlos. Immer öfters gelingt es zwar, die Grazer im eigenen 16er einzukreiseln, wirklich gefährlich vermag man jedoch nicht zu werden. Ein seltener Tchoyi-Gedankenblitz bleibt das einzig richtig torgefährliche. Sturm hatte derweilen sämtliche Offensivbemühungen auf einen Minimum reduziert, was ihnen aber nicht zu verdenken war. Obwohl die Sache trüb aussah, verzichteten beide Trainer voerst auf Wechsel. Stevens’ erster war jener von Nelisse für Janko, im selben Moment kam auch Zickler für Svento (73.). Foda zögerte seine Ausstausche überhaupt erst bis ganz nach hinten hinaus, sie blieben einzig und allein Zeitverwaltung.

Nach dem Spiel, es endete leistungsgerecht mit 0:0, sahen beide Trainer die Doppelbelastung (beide Teams haben bereits 34 Spiele in den Beinen) als Grund für die schlappe Darbietung – selbiges tat übrigens auch Tchoyi. Foda war ganz zufrieden, Opdam auch, Stevens konnte zwar lachen aber Freude war ausgeschlossen. Somit liegt der amtierende Meister nunmehr zwei Punkte hinter der Grün-Weißen Gegnerschaft, Sturm ist derzeit das schwächste Team der gerühmten Vier.

Artikel stammt vom: 6. Dezember 2009 – 18:33 Uhr

Analytischer Zusatzteil:

Aufstellung Sturm Graz:
4-4-2-Sytem: Gratzei – Lamotte, Feldhofer, Schildenfeld, Kandelaki – Hölzl, Hlinka, Weber, Jantscher – Beichler, Lavric

Aufstellung RB Salzburg:
4-1-4-1-System: Gustafsson – Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer – Opdam – Leitgeb, Pokrivac, Svento, Tchoyi – Janko

Lichtblick Hüben:
-) Jakob Jantscher

… und Drüben:
-) Barry Opdam

Hauptverantwortlich für das ‘Spitzenspiel’:
Alle + Lavric bzw. Ulmer, Opdam, Pokrivac, Svento, Tchoyi, Janko

03.12.2009

Blog-Eintrag über ferne Geschichte, ein nahes Finale und den Aufstieg durch fünf Siege aus ebenso vielen Spielen

Das System ist gefunden, die Spiele werden gewonnen
Genau vier Monate nach dem mageren Last-Minute-Aufstieg gegen die bohemischen Iren, hatte Salzburg die Ehre dem italienischen Erstligisten Lazio Rom Unterkunft zu gebieten. Die Rolle des Gastgebers erfüllten die Salzburger Bullen anfangs zu gut, den Gästen wurden zwecks Gastfreundschaft zuviele Räume überlassen. Im Laufe des fußballerischen Meetings konnte Salzburg die spielerische Überhand mehr und mehr ihr Eigen nennen. Ausschlaggebend zeigte sich die Dominanz im Mittelfeld. In diesem vertrat Opdam den verletzten Schiemer würdig und bereitete so manchem flinken Italo-Offensiven Kopf- und Fußzerbrechen. Das gewohnte 4-1-4-1-System wurde durch einen genesenen Marc Janko komplettiert. In der 19. Minute wurde der Schädel des Stiers gefunden, ein langer Einwurf von Schwegler eröffnete die durchaus gute Tormöglichkeit. Auch ansonsten rührt die lange Solo-Spitze recht gut um und besticht insbesondere durch Einsatzwillen. Dieser war es, der ihn in Minute 34 in eine brisante Situation verwickelte:

Beiersdorfer: “Waren es sechs oder sieben Schiris? Ich konnte sie nicht mehr zählen!”
Nach einer zu kurz geratenen Hereingabe eines Salzburgers unterläuft Janko den Lazio-Keeper. Der Entscheid auf Foul war für den Referee lediglich Formsache. Muslera hingegen sieht Rot und macht einen auf Bulle. Nein, er sah nur sprichwörtliches Rot, aus Karton war es nicht. Nach einer Tätlichkeit des Goalies beließ es das Schiedsrichter-Sextett (!) bei einer ins Gelbe getunkten Karte. Der Fehlentscheidung folgte ein gellendes Pfeifkonzert der 26.270 Zuseher über mehrere Minuten hinweg. Die Entscheidung des Schiris blieb unerklärlich, die Salzburger dominant.

Nähe und Gewissheit
Die Minuten kurz vor und kurz nach dem Pausenpfiff bringen Hektik und vielerorts auch Gelb. Die 52. Minute darf sich aus deutlich löblicheren Gründen ein Highlight nennen. Erst hatte Svento in ihr vier Italiener überbrückt, dann führte der verhängte Freistoß zum 1:0 für Rot-Weiß(-Rot). Nachdem sich die hitzigen Italiener gegen Svento nur per Regelverstoß verteidigen konnten, findet ein Leitgeb-Standard die Birne von Afolabi; Tor. Der Aufstieg scheint erschreckend nahe, die zuvor bewiesene Souveränität und Konzentration der Hausherren wiegte einen in Sicherheit. Doch weil in dieser Welt nichts sicher scheint, nahm Gustafsson einem Schuss der Römer zwar ein bisschen Geschwindigkeit, aber der Abstauber war dann irgendwas was bleibt. Der Ausgleich nämlich.

Die bereits abgeschobenen Römer finden die Luft wieder. Beinahe im Minutentakt regnet es Torchancen, eine davon folgte einem kapitalen Eigenfehler des Salzburger Torschützen. In Gegenzügen präsentierte sich der amtierende Meister jedoch gefährlich. Als solcher wäre zum Beispiel der Alu-Knaller von Leitgeb zu werten, die ideale Flanke war eine Ulmer-Produktion. Im direkten Gegenzug findet sich das Runde im eckigen Strafraum der Salzburger und in der Folge auch an der Hand von Schwegler wieder, über die Absicht darf gestritten werden, über die Gerechtigkeit eines möglichen Elfmeters nicht. Auch das Sextett hielt nichts von einem solchen – zum Unmut der Lazio-Spieler, die heftige Wutausbrüche einer kompakten Defensivleistung vorzogen. Die Verwirrung nutzt der ansonsten unterirrdische Tchoyi aus, lernt Cribari das Schwindeln und netzt mit aller Ruhe und mit noch mehr Lupfer zur wohmöglichen Vorentscheidung. Die kommenden Minuten gestalten die Bullen ruhig und elegant, bis auf ein zufälliges Stangen-Tor eines Italieners bleiben die Salzburger Herr im eigenen Haus.

Feste werden gefeiert, sofern sie fallen
Nach dem Schlusspfiff – das Spiel endete 2:1 und brachte somit den fünften Sieg im sovielten Spiel – wurden die Siegenden gebührend gefeiert, Gustafsson war Wort- und Schmähstad, lediglich der Verweis auf ein mögliches Finale lag ihm am Herzen – “Im Fußball ist alles möglich!”. Stevens wollte einfach nur “von Spiel zu Spiel schauen”. Auf die Frage, ob der Aufstieg geschichtsträchtig sei, entgegnete Janko, dass dies nur das von Gustafsson angestrebte Szenario wäre.

Artikel stammt vom: 3. Dezember 2009 – 17:37 Uhr

Analytischer Zusatzteil:

Aufstellung RB Salzburg:
4-1-4-1-System: Gustafsson – Schwegler, Afolabi, Sekagya, Ulmer – Opdam – Tchoyi, Leitgeb, Pokrivac, Svento – Janko

Aufstellung Lazio Rom:
3-4-3-System: Muslera – Diakhite, Cribari, Radu – Lichtsteiner, Brocchi, Mauri, Kolarov – Foggia, Zarate, Eliseu

Die roten Bullen werden einzeln kritisiert:
Gustafsson, Grandios: Hielt was zu halten war, brüllte was es zu brüllen gab – Sicherer Rückhalt, sehr guter Kapitän

Schwegler, Unauffällig gut: Defensiv durchaus ansprechend, Hammer-Einwürfe, Flanken teilweise ungenau
Afolabi, Ansprechend: Hinten zwar gut aber teilweise unsicher, bewies beim Tor Durchsetzungsvermögen
Sekagya, Cool: Fehlerfreie Leistung des Abwehrchefs
Ulmer, Lernend: Ist auf internationaler Ebene defensiv überfordert, lernt ganz brav, schlug gute Flanken

Opdam, Nett vertretend: Machte Schiemer keine Schande, war eine würdige Vertretung

Tchoyi, Grenzgenial: 89 Minuten lang Pfui, Tor war jedoch ein Mega-Hui
Leitgeb, Wichtig: Bereitete beide Tore mustergültig vor, teilweise unsicher, ansonsten stark
Pokrivac, noch Wichtiger: Um ein Haarspitzerl besser als Leitgeb, leitete so manche gute Szene ein, war ein Ruhepol
Svento, Tourenwagen: Kommt langsam richtig auf Touren, schlechte Flanken machte aber viel Druck

Janko, rackernder Provokateur: Versuchte die Italiener sichtlich zu einem Frustfoul zu provozieren, teilte aus und steckte ein, kämpfte außerordentlich gut, fand zwei gute Chancen per Kopf zu